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Sprüche
Der beste Spruch, den ich kenne, stammt von meinem Vorbild Sokrates: "Dem
Großen fällt es leicht, Fehler zuzugeben."
Das fällt mir immer wieder ein, wenn ich versuche, mich zu rechtfertigen.
Von mir
Die Krise ist ein Aufatmen der Zukunft.
Der konstruktive Ungehorsam trägt uns in unerforschte Weiten.
Wer nur gesund lebt, ist krank.
Ab und zu sollte man am Verbotenen naschen, um die Welt zu genießen
- oder zu ergründen.
Wir stehlen, um mächtig zu sein, wir lügen, um Recht zu haben.
Und merken es nicht.
Wir wachsen über die Freude und entwickeln uns über das Leid
Es gibt Menschen, die genug haben, doch sie wollen immer genüger.
Die Höchststrafe für einen entwickelten Menschen ist es, zur
Macht verdammt zu werden.
Das Nein des Politikers ist eine neurotische Zuckung auf die Meinung
des Gegners.
Das "Ääh" eines Politikers ist die Ankündigung
einer Lüge.
Der Politiker sagt klar und deutlich, was er nicht meint. Und er meint
klar und deutlich, was er nicht sagt.
Die Verwirrung ist das Ende einer Verirrung.
Die meisten Menschen haben die meiste Angst vor sich selbst, nur wissen
sie es nicht.
Die westlichen Demokratien verdienen ihren Namen nicht mehr. Sie sind
zu Pekunikratien verkommen, der Herrschaft der Geldgier.
Kunst und Marketing sind zuweilen der Versuch, die
Vernunft zu vernebeln.
Die Angepassten sind nirgends andächtiger als im Warenhaus, nirgends
heuchlerischer als an Vernissagen.
In Sitzungen fehlen häufig die Zuhörer.
Meine Vorstellungen verteidigen sich mannhaft gegen bessere Erkenntnis.
Es gibt mehr dreißigjährige Greise als achtzigjährige.
Die meisten Reichen können nicht global leben,
da ihnen die Gier die Sicht auf die Welt verdeckt.
Der Reiche hat Angst vor dem Verarmen,
der Arme vor dem Verhungern.
Und beide schlingen ihre verhungerten Arme
um ihre durstige Seele.
Die meisten Erfindungen
ranken sich um die Konstruktion einer passenden Welt.
Man könnte sie auch Lügen nennen.
Angst vor der Wahrheit ist der Lüge Mutter,
Aberglaube der Lüge Vater.
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Von anderen
Wirf dein Missvergnügen über dein Wesen ab! Verzeih dir dein
eigenes Ich! Friedrich Nietzsche
Jeder Mensch macht Fehler. Das Kunststück besteht darin, sie dann
zu machen, wenn keiner zuschaut. Peter Ustinov
Unser Wissen ist nur die Schaumkrone in einem dunklen Ozean. Eine Sprecherin
in 3SAT
Irrlehren der Wissenschaft brauchen 50 Jahre, bis sie durch neue Erkenntnisse
abgelöst werden, weil nicht nur die alten Professoren, sondern auch
ihre Schüler aussterben müssen. Max Planck
Manch ein Wohltäter sieht es nicht ungern, auf frischer Tat ertappt
zu werden. Louis Armstrong
Die medizinische Forschung hat so enorme Fortschritte gemacht, dass
es praktisch überhaupt keinen gesunden Menschen mehr gibt. Aldous
Huxley
Als alle längst beerdigt waren, starb der Hypochonder immer noch.
Vermutlich H.-D. Bach
Der Mensch wird geboren weich und schwach,
und er stirbt hart und stark.
Die Gräser und Bäume treten ins Leben weich und zart
und sterben trocken und dürr.
Also: Das Harte und Starke begleitet den Tod,
das Weiche und Zarte begleitet das Leben.
Lao-Tse
Da flehen die Menschen die Götter an um Gesundheit und wissen nicht,
dass sie die Macht darüber selbst besitzen.
Durch ihre Unmäßigkeit arbeiten sie ihr entgegen
und werden so selbst durch ihre Begierden zu Verrätern an ihrer
Gesundheit.
Demokrit, griechischer Philosoph, 400 v.Chr.
Krankheiten überfallen den Menschen nicht wie ein Blitz aus heiterem
Himmel, sondern sind die Folgen fortgesetzter Fehler wider die Natur.
Hippokrates
Spectatum veniunt, veniunt spectentur ut ipsae. Sie (die vornehmen römischen
Damen) kommen (ins Theater), um zu sehen, und um gesehen zu werden.
Ovid, ars amandi
Quamvis sint sub aqua, sub aqua maledicere temptant. Ovid, Metamorphoses
VI. Sie wurden wegen ihrer bösen Worte in Frösche verwandelt.
Und obwohl sie unter Wasser sind, versuchen sie immer noch zu schimpfen.
Wer die Erfahrungen der Älteren verwirft und glaubt, nur in der
neuesten Behandlung den rechten Weg gefunden zu haben, der täuscht
sich selbst und die anderen. Hippokrates
Krankheiten treffen uns nicht aus heiterem Himmel, sondern sie entwickeln
sich allmählich aus kleinen, wider die Gesundheit begangenen Sünden,
und erst dann, wenn letztere sich angehäuft haben, brechen die Krankheiten
scheinbar plötzlich hervor. Hippokrates
Der Arzt hat nur eine Aufgabe, zu heilen, und wenn ihm dies gelingt,
ist es ganz gleichgültig, auf welchem Wege es ihm gelingt. Hippokrates
Das ist der größte Fehler bei der Behandlung von Krankheiten,
dass es Ärzte für den Körper und Ärzte für die
Seele gibt, wo beides doch nicht getrennt werden kann. Plato
Tiefste Wahrheiten und letzte Erkenntnisse sind nur jenen Menschen zugänglich,
die ihren Körperhaushalt auf Ökonomie Reinheit und Frische
umstellen, am besten durch eine schlichte Ernährung aus lebensfrischen
Speisen. Pythagoras
Jeder Mensch kann irren - nur der Tor im Irrtum verharren. Cicero
Man faselt so viel von reich und arm und vergißt dabei immer
wieder, daß es das Herz ist, welches reich macht oder arm. Jeremias
Gotthelf
Das
Rauchen macht dumm. Es macht unfähig zum Denken und Dichten. Es
ist auch nur für Müßiggänger, für Menschen,
die Lange- weile haben, die ein Drittel des Lebens verchlafen, ein Drittel
mit essen, trinken und anderen notwendigen und überflüssigen
Dingen hindudeln und alsdann nicht wissen, obgleich sie immer "vita
brevis" sagen, was
sie mit dem letzten Drittel anfangen sollen. Für solche faulen Türken
ist der liebevolle Verkehr mit den Pfeifen und der behagliche Anblick
der Dampfwolke, die sie in die Luft blasen, eine geistvolle Unterhaltung,
weil sie ihnen über die Stunden hinweghilft. - Zum Rauchen gehört
auch das Biertinken, damit der erhitzte Gaumen wieder abgekühlt
werde. Das Bier macht das Blut dick und verstärkt zugleich die Berauschung
durch den narkotischen Tabakdampf. so werden die Nerven abgestumpft und
das Blut bis zur Stockung verdickt. Wenn es so fortgehen sollte, wie
es den Anschein hat, wird man nach 2 oder 3 Menschenaltern schon sehen,
was diese Bierbäuche und Schmauchlümmel aus Deutschland gemacht
haben. An der Geistlosigfkeit, Verkrüppelung und Armseligkeit unserer
Literatur wird man es zuerst bemerken, und diese Gesellen werden dennoch
diese Misere höchlich bewundern. Und was kostet der Greuel? Schon
jetzt gehen 25000 Taler in Deutschland in Tabakrauch auf. Diese Summe
kann auf 40.000 steigen, doch kein Hungriger wird gesättigt und
kein nackter gekleidet.Was könnte mit diesen Geld geschehen! Aber
es liegt auch im Rauchen eine arge Unhöflichkeit, eine impertinente
Ungeselligkeit. Die Raucher verpesten die Luft weit und breit und ersticken
jeden hoinetten Menschen, der nicht zu seiner Verteidigung zu rauchen
vermag. Wer ist denn imstande, in das Zimmer eines Rauchers zu treten,
ohne Übelkeit
zu empfinden? Wer kann darin verweilen, ohne umzukommen?
Johann
Wolfgang von Goethe
Was ist das Schwerste von allem, was Euch das leichteste dünkt,
mit den Augen zu sehen, was vor den Augen Euch liegt. Goethe
Der Gottheit kann sich kein Wesen nähern, das ihr nicht ähnlich
ist. Da nun die Gottheit die Liebe ist, so geschieht die Ähnlichwerdung
durch die Liebe. Wer sich von der Liebe entfernt, der entfernt sich von
Gott. Ramakrishna
Im Herzen wächst der Arzt, aus Gotte geht er. Die
höchste Kraft
der Arzneien ist die Liebe. Paracelsus
Du sollst nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Kopf essen,
damit dich die Naschhaftigkeit deines Mundes nicht zu Grunde richtet.
Friedrich Nietzsche
Je mehr wir wissen, um so tiefer schweigen wir,
und umso hoffnungsloser vereinsamen wir.
José Ortega y Gasset
Zettelgedichte von Helmut Seethaler, Wien:
www.hoffnung.at
Machen alle das, was alle machen,
sind sie umso leichter zu lenken
und von allem abzulenken,
was sie auf andere Gedanken kommen ließe,
als die, die man ihnen vordenkt.
Wenn alle das machen,
was andere machen,
bleibt niemand,
der sie davor warnt.
Immer mehr
haben immer weniger,
weil immer weniger
Immer mehr haben.
Was gilt mehr
als immer mehr als andere?
Vermisst man Dinge,
beginnt man, sie zu suchen.
Vermisst man sich selber,
ist man dabei, sich zu finden.
Immer lenkt man davon ab,
dass wir immer mehr gelenkt werden.
Viel Besitz bewirkt,
besessen ihn immer weiter zu verwehren
und anderen immer weniger zu gewähren.
Wer sich stets fügt,
über den wird stets weiter verfügt.
Und Dallas
ist auch net allas!
Immer weniger sollen wir wissen,
damit die immer mehr über uns wissen,
die immer mehr uns Nicht-Wissen verursachen.
Je mehr wir kaufen,
desto mehr Gründe schaffen wir uns,
noch mehr kaufen wollen zu müssen.
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